„Vom Ufer des Meeres … bis zum großen Eufrat-Strom“ (Dtn 1,7b) – Perspektiven der Landverheißungen in der Hebräischen Bibel – Prof. Dr. Reinhard Achenbach

28. Mai 2026
19:00 Uhr
Adresse:
Gemeindesaal Bergkirche, Bergstr. 16, Osnabrück

Die Verheißungen des Landes haben für Jüd:innen hohe theologische Bedeutung. So formuliert das jüdische Dokument Dabru emet (Redet Wahrheit) von 2000 (Dokumente-Judentum): „Für Juden stellt die Wiedererrichtung eines jüdischen Staates im gelobten Land das bedeutendste Ereignis seit dem Holocaust dar. Als Angehörige einer biblisch begründeten Religion wissen Christen zu würdigen, daß Israel den Juden als physisches Zentrum des Bundes zwischen ihnen und Gott versprochen – und gegeben wurde.“

In der Erklärung „Zwischen Jerusalem und Rom (Dokumente Jeru-Rom) von 2017, 50 Jahre nach der Konzilserklärung Nostra aetate  wird die Bedeutung des Landes so beschrieben: „Als Gott Abraham und dann Isaak und Jakob erwählte, vertraute er ihnen eine doppelte Mission an: die Nation Israel zu gründen, die im heiligen, verheißenen Land Israel eine modellhafte Gesellschaft erben, niederlassen und schaffen würde, während sie als Quelle des Lichts für die ganze Menschheit  dienen würde.“

Dass der Vatikan erst 1993 diplomatische Beziehungen zum Staat Israel aufnahm, ist nur ein Indiz für die politische Relevanz des Themas, dem wir uns gemeinsam mit der Osnabrücker Bibelgesellschaft in zwei Vorträgen zuwenden wollen.

Der erste Vortrag bietet einen Einblick in die Entstehung und Entwicklung der Landhoffnungen Israels in alttestamentlicher Zeit und deren religiöse und theologische Bedeutung, beginnend bei der frühen Siedlungsgeschichte im 11. Jh. v.d.Z. über die Zeit der Fremdherrschaft der Assyrer, der Babylonier, Perser, Griechen im 8.-2. Jh. v.d.Z. bis in die Römerzeit.

Am Ende soll ein Ausblick auf die Rezeptionsgeschichte der biblischen Texte in der Moderne stehen und die Frage, welche Bedeutung die religiösen Hoffnungen auf das „gelobte Land“ in den Konflikten der Gegenwart haben können.

Die Frage, wie sich die christliche Tradition zu den biblischen Landverheißungen verhalten hat und verhält, wird dann im zweiten Vortrag am 18. Juni von Prof. Dr. Andreas Pangritz, Thema sein.

Prof. Dr. Reinhard Achenbach ist Professor für Altes Testament an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Seine Forschungsschwerpunkte sind alttestamentliche Literatur- und Religionsgeschichte, Pentateuchforschung und  Altorientalische und Biblische Rechtsgeschichte. Er ist fast 30 Jahren GCJZ-Mitglied.

 

Eintritt frei, Zugang barrierefrei

Kooperationspartner: Osnabrücker Bibelgesellschaft

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